Post- Andronikoismus ;-)

Aristoteles erforschte in seinen Studien die Phänomene der Welt und suchte sie zu systematisieren. Der Peripatetiker Andronikus ordnete Aristoteles Nachlass und unterschied in „Physik“ und das „nach / über der Physik“. Diese Neuordnung der aristotelischen Schriften erbrachte eine bis heute wirksame Unterscheidung, wenn „das nach / über der Physik“ als „Metaphysik“ ganz streng von der Physik getrennt wird. Ein empirisch-experimentell nachweis- und vollziehbarer Bereich der Welt wurde von einem andern Bereich vollständig unterschieden.

Damit war eine Epoche der Wissenschaft eingeleitet, die im Wesentlichen auf einer Differenzierung der Empirie von der Phänomenologie gegründet ist. Schon Habermas bezeichnete sich als „Post-Metaphysiker“ und löste die kantische Vernunftidee in einen kommunikativen Raum zwischen den Menschen auf – eine Ethik, die sich logisch auf einem Axiomensystem aufbaute. Doch blieb er damit allein auf den Bereich einer Philosophie beschränkt, die sich aus der Metaphysik lösen und den Gesetzen der Empirie und Logik folgen wollte. Es blieb aber bei einem halbherzigen Versuch, die Philosophie aus der Unfreiheit der Einordnung in die Metaphysik zu emanzipieren. Auch weitere Versuche zur Gründung einer Universalwissenschaft blieben auf der Ebene formaler Prinzipien stehen und missachteten jegliche Phänomenologie.

So ist es an der Zeit, eine Hypertheorie zu entwickeln, die auf Empirie und Phänomenologie zugleich gegründet ist und damit diese klassische Unterscheidung überwindet. Im Sinne einer komplementären Konvergenztheorie sollen dabei sowohl Erkenntnisse aus dem klassischen Bereich der Physik – heute: Naturwissenschaft – mit denen aus dem Bereich der klassischen Metaphysik – heute: Geisteswissenschaft – verbunden werden. Ausgangspunkte dieser Theorie sind empirisch nachweisbare, wie auch phänomenologisch zu beobachtende Eigenschaften von Massen.

Die Astrophysik, wie auch die Molekularphysik beschreiben die Wirkkräfte von Massen sowie die komplexen Zusammenhänge von Energie, Masse und Beschleunigung. Andererseits verdeutlichen die neuesten Forschungen aus dem Bereich der Neuropsychologie, dass geistige Aktivitäten als physikalisch-chemische Prozesse innerhalb der menschlichen Physiognomie zu verstehen sind. Gleichzeitig lassen sich vor allem im klassisch-geisteswissenschaftlichen Bereich Phänomene der Trägheit und der Ausbildung von Massenstrukturen beschreiben. Die komplementäre Konvergenztheorie wird diese Erkenntnisse auf einer empirisch-phänomenologischen Ebene sammeln, untersuchen und vergleichen, um die Theorie im Rückschluss zu überprüfen und an die Ergebnisse anzupassen.

Vor diesem Hintergrund wird als theoretischer Axiomenansatz vorläufig von einem Wirkungszusammenhang „träger Massen“ zu reden sein. Diese lassen sich klassisch-physikalisch, wie klasssisch-geisteswissenschftlich beschreiben wie auch komplementär-konvergenztheoretisch deuten.

CC BY-SA 4.0 Post- Andronikoismus ;-) von Frank Wessel ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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