Perfeito

Das Setting dieses Kurzfilms erinnert an Balance. Allerdings gibt es nur eine handelnde Figur: Einsam und gefangen in unwirtlicher Welt (incurvatus in seipsum?), gestaltet er sich eine Partnerin / eine Götzin / eine Göttin. Diese betet er an und liebt sie innig – bis ihm auffällt, wo die Makel sind. Er beginnt an seinem Ebenbild zu korrigieren und zerstört damit seine kleine Welt. Ein wunderbarer, kurzer Animationsfilm, um die Fazetten des ersten Gebotes deutlich zu machen: „Du sollst dir kein Bildnis machen“ – denn dies gilt in jeder Beziehung: zu Gott, wie auch zu Menschen und zu sich selbst…

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CC BY-SA 4.0 Perfeito von Frank Wessel ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

4 Gedanken zu „Perfeito

    1. Na ich finde das Ende schon recht eindeutig. Nach dem Stückchen aus den Ovidschen Metamorphosen erschafft Pygmalion die Elfenbeinstatue einer Frau, in die er sich dann unendlich verliebt. Venus schließlich erhört seinen Wunsch, seine kommende Frau möge aussehen, wie die Statue: die Statue wird lebendig. In der Pygmalion-Geschichte geht es also um die Sehnsucht nach Liebe. Im Animationsfilm Perfeito dagegen um Vollkommenheit bzw. Ideale / Idole. Diese entziehen einem die Lebensgrundlage, wenn man an ihnen krittelt oder nacharbeitet.

  1. Da core, aber dann trifft auch die Beziehung auf das Goldene Kalb nicht, denn das Goldene Kalb ist ja nur Ersatz für etwas nicht Greifbares – wie in der Pygmalion-Geschichte die Statue für ein geliebtes Wesen.
    So gesehen ist es eher ein Beispiel für den Satz „Du hast Dir ein Bild gemacht – ich bin es nicht“.

  2. An das goldene Kalb hatte ich gar nicht gedacht – auch wenn meine Konnotation das nahe legt. Pygmalion ist eine wunderbar magische Geschichte. Mit ähnlich inniger Liebe habe ich als kleiner Junge meine Stofftiere belebt 😉 Aber der Kurzfilm Perfeito erhält eine andere biblische Tiefe: Das Abbild soll zum Idealbild werden und wird niemals daran reichen. Dann ist es besser, sich gar kein Bild zu machen. Erst recht nicht von Gott, denn der ist schon da…

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